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    Schienensuizid

    Lebenshunger. Ein Podcast über (Schienen-)Suizid, Depressionen und Wahrnehmung. (Teil 6)

    Lieber Leser:innen, dieser Beitrag ist Teil 6 der Themenreihe Schienensuizid. Der vorhergehende Beitrag ist folgender: Die Last der unaussprechlichen Trauer. (Teil 5) Wie schön es doch ist, im Leben einen echten, ehrlichen Ja-Moment zu erleben und es nicht nur bei diesem Moment bleibt, sondern hieraus ein Pflänzchen gedeihen kann. In diesem Fall hatte sich aus einem ernsthaften Gespräch mit Sabrina über das Thema Schienensuizid ein längerer Podcast ergeben, der es nun bis zur Veröffentlichung geschafft hat. Danke, liebe Sabrina, für das tolle Gespräch, dein Interesse am diesem Thema und den Mut, es einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

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    Nachgedanken

    Konflikt mit der inneren Wahrheit.

    Wenige Tage und Wochen nach den verheerenden und mitunter sintflutartigen Überschwemmungen wird mir als Nichtbetroffener mehr und mehr bewusst, was da eigentlich geschehen ist. Die Starkregenfälle haben uns knapp verfehlt und sind nur wenige Kilometer weiter vorbeigezogen, sehr zum Leidwesen einiger Dörfer, Städte und gar ganzer Landstriche. Schaut man sich die Berichterstattung an, bleibt man sprachlos zurück, kann das Ausmaß selbst nicht recht begreifen. Der Verstand weiß, dass ganz, ganz viele Menschen einen mehr als herben und mit Sicherheit lange nachklingenden Schicksalsschlag erdulden mussten und gleichwohl weiß man, dass man das nur nachempfinden kann, wenn man selbst betroffen ist. Ich weiß, wie Du dich fühlst. Selten ist ein Satz von…

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    Schienensuizid

    Die Last der unaussprechlichen Trauer. (Teil 5)

    Lieber Leser:innen, dieser Beitrag ist Teil 5 der Themenreihe Schienensuizid. Der vorhergehende Beitrag ist folgender: Wenn die Welt still steht. (Teil 4)Am Endes dieses Beitrages sind nachfolgende Beiträge verlinkt. Ich ertappe mich ab dem Tag, als mein Bruder seinen Lebensatem aufgab, mehr und mehr dabei, wie ich meinen Atem anhalte, um der schmerzvollen Wellen zu begegnen, die immer wieder heranrollen. Es heißt nicht umsonst Lebensatem, denn ich gerate in eine Spirale aus wegdrücken, Leben-Anhalten, kämpfen und portionsweiser Akzeptanz dessen, was geschehen ist. Welch' entlarvende Erkenntnis, dass durch völlige Verzweifelung ein Mensch sein Leben loslässt und ich es dadurch (trotzdem) nicht schaffe, meine Blockaden zu durchbrechen. Ebenso ist es mir unverständlich,…

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    Schienensuizid

    Wenn die Welt still steht. (Teil 4)

    Lieber Leser:innen, dieser Beitrag ist Teil 4 der Themenreihe Schienensuizid. Der vorhergehende Beitrag ist folgender: Nachsorge und ein Thema das bleibt. (Teil 3)Am Endes dieses Beitrages sind nachfolgende Beiträge verlinkt. Wenn sich die wunderbare Leichtigkeit des Seins in mir entfaltet, ich das Leben und den Moment spüre, ist mein Kopf viel ruhiger und gedämpfter als sonst. Es ist ein sonniger, fast wolkenloser Vorzeigesonntag im April, unerwartet warm, unbeschwert und voller Lachen. Freunde sind zu Besuch und unsere Kinder tollen lachend durch den Garten oder springen rufend auf dem Trampolin: "Papa, papa, guck mal was ich kann!". Auch die Erwachsenen sind lustig und vergnügt: man unterhält sich, geniesst die Zeit, während…

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    Schienensuizid

    Nachsorge und ein Thema das bleibt. (Teil 3)

    Liebe Leser:innen, dieser Beitrag ist Teil 3 der Themenreihe Schienensuizid. Der vorhergehende Beitrag ist folgender: Echos – wenn es immer wieder kommt. (Teil 2)Am Endes dieses Beitrages sind nachfolgende Beiträge verlinkt. Nach einem Personenunfall (PU) im Bahnverkehr besteht für Lokführer im Regelfall die Möglichkeit ein Nachsorge- und Betreuungsangebot in Anspruch zu nehmen. Dies variiert in Art und Umfang je nach Arbeitgeber und dessen Kooperationsportfolio - manches Eisenbahnverkehrsunternehmen bietet seinen Mitarbeitern gar selbst Hilfsangebote an oder hat entsprechend geschultes Personal inhouse. Trotz vieler guter Nachsorge-Möglichkeiten und der wachsenden Erkenntnis in der Eisenbahnbranche, dass es lange nicht mehr sinnvoll ist, einen Lokführer nach einem PU oder anderem schlimmen Ereignis weiterfahren zu lassen,…

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    Schienensuizid

    Echos – wenn es immer wieder kommt. (Teil 2)

    Liebe Leser:innen, dieser Beitrag ist Teil 2 der Themenreihe Schienensuizid. Der vorhergehende Beitrag ist folgender: Wenn sich von Jetzt auf Gleich Leben ändern. (Teil 1) Am Endes dieses Beitrages sind nachfolgende Beiträge verlinkt. Tock. Ich höre es wieder und wieder, während ich auf die Dinge harre, die nun kommen, nachdem der Fahrdienstleiter während des Rückrufes mit mir sprach und dann die vorgeschriebene Ereigniskette in Gang setzte. Stille.Tock.Ich warte auf die Notfallkräfte und blicke mich in der Lok um. Prüfe die Leuchtmelder, kontrolliere den C-Druck am Manometer des Bremszylinders, nehme die Bedienhebel auf dem Führerpult in Augenschein. Ich merke es mir nicht, denn ich schaue kurz darauf wieder hin. Tock.

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    Schienensuizid

    Wenn sich von Jetzt auf Gleich Leben ändern. (Teil 1)

    Liebe Leser:innen, dieser Beitrag ist der Beginn der Themenreihe Schienensuizid.Am Endes dieses Beitrages sind nachfolgende Beiträge verlinkt. Es ist halb zwei Uhr nachts und die letzte Schicht eines zehntägigen Zyklus als Lokführer im Güterfernverkehr quer durch Deutschland beginnt. Es ist eine Nach-Hause-Schicht, also eine, deren Zielbahnhof für mich örtlich günstig liegt, denn ich komme schnell heim und kann dann meine Ruhe geniessen. Meine Lieblingsstrecke liegt vor mir, vorbei an einem Fluß auf dem sich Nachtlichter auf der Oberfläche spiegeln, tollen Landschaften, unaufgeregt, ereignislos aber schön. Ereignislos ist für einen Lokführer normalerweise der Idealfall: alles geht gut, es treten nur minimale Abweichungen vom Regelbetrieb auf und schon gar keine Unfälle. Gegen…