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    Grausichten

    deN fokuS verliereN

    Ich stehe auf, weil ich etwas vor hatte, bleibe nach ein paar Metern stehen und verweile. Was wollte ich nochmal? War es überhaupt wichtig? Der Kloß im Hals meldet sich. Runterschlucken. Kommt wieder. Die aufmunternde Musik, die ich mir dann auf die Ohren lege macht mich nach 1 Minute so wahnsinnig, dass ich fast meinen Kopfhörer in die Ecke pfeffere. Das Karussell beginnt und mit ihm das wahre Lied meines Lebens, jenes, dessen graue Refrains die Endlosschleife des Ergebnisses vom Scheitern darstellen. Mein Lied.

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    Grausichten

    In meinem Kopf kreisen unentwegt Gedanken.

    Ich mache mir Sorgen um das, was kommt. Ich mache mir Sorgen darum, dass ich Deadlines nicht einhalten kann. Mache mir Sorgen, dass ich versage. Ich vermisse so viele Menschen. Der Druck und der Stress, den meine Mutter auf mich projiziert, die Art und Weise, wie sie mit mir umgeht. Wie sie nicht mit mir umgehen kann. Ich vergleiche. Warum ist sie so anders als ihre Schwester? Wenn ich mit beiden rede, während sie in der Küche sitzen, warum reagiert meine Mutter so anders? Warum ist das so, warum kann sie nicht mehr so sein wie meine Tante? Warum reagiert sie auf alles immer so gestresst, gereizt, genervt, mich abstoßen…

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    Grausichten

    Mit Angst den Tag beginnen

    Viele Menschen erwachen morgens und vollbringen Großes, überwinden sich zu staunenswerten Leistungen oder erschaffen Werke, vor deren Kunst wir uns verneigen. Wenn ich in die Morgenluft hinaustrete, fürchte ich mich vor dem, was mir nicht gelingen oder wo mir die Kontrolle über eine Situation fehlen wird. Meine Gedanken sind erfüllt von du-hast-dieses-wieder-nicht-geschafft und du-hast-das-wieder-nicht-gut-genug gemacht. Wie ein Lieblingssample, welches Dauerschleifen durch den Kopf dreht.