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    Nachgedanken

    Schuld erzeugt Spannung.

    Wenn man unsere Gesellschaft mit der Kausalitätsbrille betrachtet, muss man früher oder später die Wahrheit anerkennen, dass sie im Innern auf Schuld aufgebaut ist. Gleichwohl muss man historisch das Thema Schuld anders betrachten und sich der Wahrheit öffnen, dass Schuld nicht gleich Verantwortlichkeit ist. Unbestritten ist die Tatsache, dass unsere Vorfahren vor 70 Jahren mit allen Auswirkungen, die der Nationalsozialismus nach sich zog, im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte geschrieben haben, aber eben nicht ruhmreich oder anerkennenswürdig. Wer heute den Nationalsozialismus oder gar den Holocaust leugnet oder abmildert, brandmarkt sich selbst als Ignoranten niedrigen Bildungsniveaus oder gleich als Menschenfeind. Es gibt nur zwei positive Dinge, die wahrhaft aus der Zeit…

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    Nachgedanken

    Das beste Fundament fürs Leben.

    Vielleicht ist es eine klassische Familien-Konstellation zwischen mir und meinen Eltern, die sich insofern äußert, als dass ich meine Herzkomponente ursächlich als Samen meiner Mutter betrachte und die Kopfnote von meinem Vater erhielt. Damit ist die Rollenverteilung erstmal stereotyp erklärt, aber nicht falsch oder wertend betrachtet. Wie bereits in vorigen Beiträgen erwähnt, setzte sich der melancholische Einschlag aus der mütterlichen Ursprungsfamilie in mir deutlich fort, aber eben auch die (väterlich) sachliche Denkermentalität und mitunter als kühl empfundene Logik - ohne jedoch unsensibel zu sein: jedenfalls nicht prinzipiell. Weder das Eine, noch das Andere stellt sich für mich heute als Vor- oder Nachteil dar, denn ich schöpfe mehr und mehr das…

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    Nachgedanken

    Das Problem mit der Lücke oder: Das Universum kann hellsehen.

    Sollte jemand an dieser Stelle einen astronomisch gefärbten Beitrag erwarten (oder erwünschen), so muss ich leider zumindest diesbezüglich eine Absage aussprechen. Sonne, Mond und Sterne machen wir ein anderes Mal - und auch das mit den Tarot-Karten heben wir uns für einen zukünftigen, deutungsschwangerereren Moment auf. Interessanterweise werde ich wohl aus beiden Astro-Lagern den einen oder anderen Kopfschüttler ernten, aber das ist sowohl zu erwarten, als auch zu verschmerzen.

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    Schienensuizid

    Die Last der unaussprechlichen Trauer. (Teil 5)

    Lieber Leser:innen, dieser Beitrag ist Teil 5 der Themenreihe Schienensuizid. Der vorhergehende Beitrag ist folgender: Wenn die Welt still steht. (Teil 4)Am Endes dieses Beitrages sind nachfolgende Beiträge verlinkt. Ich ertappe mich ab dem Tag, als mein Bruder seinen Lebensatem aufgab, mehr und mehr dabei, wie ich meinen Atem anhalte, um der schmerzvollen Wellen zu begegnen, die immer wieder heranrollen. Es heißt nicht umsonst Lebensatem, denn ich gerate in eine Spirale aus wegdrücken, Leben-Anhalten, kämpfen und portionsweiser Akzeptanz dessen, was geschehen ist. Welch' entlarvende Erkenntnis, dass durch völlige Verzweifelung ein Mensch sein Leben loslässt und ich es dadurch (trotzdem) nicht schaffe, meine Blockaden zu durchbrechen. Ebenso ist es mir unverständlich,…

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    Schienensuizid

    Wenn die Welt still steht. (Teil 4)

    Lieber Leser:innen, dieser Beitrag ist Teil 4 der Themenreihe Schienensuizid. Der vorhergehende Beitrag ist folgender: Nachsorge und ein Thema das bleibt. (Teil 3)Am Endes dieses Beitrages sind nachfolgende Beiträge verlinkt. Wenn sich die wunderbare Leichtigkeit des Seins in mir entfaltet, ich das Leben und den Moment spüre, ist mein Kopf viel ruhiger und gedämpfter als sonst. Es ist ein sonniger, fast wolkenloser Vorzeigesonntag im April, unerwartet warm, unbeschwert und voller Lachen. Freunde sind zu Besuch und unsere Kinder tollen lachend durch den Garten oder springen rufend auf dem Trampolin: "Papa, papa, guck mal was ich kann!". Auch die Erwachsenen sind lustig und vergnügt: man unterhält sich, geniesst die Zeit, während…

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    Nachgedanken

    Kinofreude pur bei einem Job, der keine Arbeit war.

    Die in mir tief verwurzelte Liebe zum Bewegtbild begann in meiner Kindheit, schlängelte sich wie ein abgerollter 35mm-Film durch meine Jugend und wurde in einem Nebenjob gefestigt, aus dem ich einige elementare Erfahrungen für mein späteres Leben mitnehmen konnte. Meine Erinnerungen an diese nachhaltig prägende Zeit sind immer noch so dicht und lebendig, dass mir jetzt, während ich schreibe, der Kopf übersprudelt von Bildern, Anekdoten und Gefühlen. Es gibt auf unseren Lebenswegen unzählige Momente, aber nur wenige echte Meilensteine. Meine Zeit im familiär geführten, traditionellen Familienkino aus meiner damaligen Heimat gehört definitiv zu den markantesten Eckpunkten meines Lebens.

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    Grausichten

    In meinem Kopf kreisen unentwegt Gedanken.

    Ich mache mir Sorgen um das, was kommt. Ich mache mir Sorgen darum, dass ich Deadlines nicht einhalten kann. Mache mir Sorgen, dass ich versage. Ich vermisse so viele Menschen. Der Druck und der Stress, den meine Mutter auf mich projiziert, die Art und Weise, wie sie mit mir umgeht. Wie sie nicht mit mir umgehen kann. Ich vergleiche. Warum ist sie so anders als ihre Schwester? Wenn ich mit beiden rede, während sie in der Küche sitzen, warum reagiert meine Mutter so anders? Warum ist das so, warum kann sie nicht mehr so sein wie meine Tante? Warum reagiert sie auf alles immer so gestresst, gereizt, genervt, mich abstoßen…

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    Schienensuizid

    Nachsorge und ein Thema das bleibt. (Teil 3)

    Liebe Leser:innen, dieser Beitrag ist Teil 3 der Themenreihe Schienensuizid. Der vorhergehende Beitrag ist folgender: Echos – wenn es immer wieder kommt. (Teil 2)Am Endes dieses Beitrages sind nachfolgende Beiträge verlinkt. Nach einem Personenunfall (PU) im Bahnverkehr besteht für Lokführer im Regelfall die Möglichkeit ein Nachsorge- und Betreuungsangebot in Anspruch zu nehmen. Dies variiert in Art und Umfang je nach Arbeitgeber und dessen Kooperationsportfolio - manches Eisenbahnverkehrsunternehmen bietet seinen Mitarbeitern gar selbst Hilfsangebote an oder hat entsprechend geschultes Personal inhouse. Trotz vieler guter Nachsorge-Möglichkeiten und der wachsenden Erkenntnis in der Eisenbahnbranche, dass es lange nicht mehr sinnvoll ist, einen Lokführer nach einem PU oder anderem schlimmen Ereignis weiterfahren zu lassen,…

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    Nachgedanken

    Wenn Ratschläge sich zu Erkenntnissen wandeln.

    Leider habe ich zu spät damit begonnen, Feedback anderer Mitmenschen offen und aktiv einzufordern. Ich war einfach nicht bereit für die Wahrnehmung Anderer und deren Meinung über mich, mein Verhalten, meine Ansichten und besonders meine Fehler. Man merkt seinen Mitmenschen sofort an, ob sie empfänglich für ein offenes und ehrliches Wort sind (oder eben nicht) und damit hat meine Umwelt einfach auf die Art reagiert, die ich an den Tag gelegt habe. Die späte Erkenntnis hieraus: ich habe mich dadurch jahrelang um meine eigene Weiterentwicklung gebracht.

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    Schienensuizid

    Echos – wenn es immer wieder kommt. (Teil 2)

    Liebe Leser:innen, dieser Beitrag ist Teil 2 der Themenreihe Schienensuizid. Der vorhergehende Beitrag ist folgender: Wenn sich von Jetzt auf Gleich Leben ändern. (Teil 1) Am Endes dieses Beitrages sind nachfolgende Beiträge verlinkt. Tock. Ich höre es wieder und wieder, während ich auf die Dinge harre, die nun kommen, nachdem der Fahrdienstleiter während des Rückrufes mit mir sprach und dann die vorgeschriebene Ereigniskette in Gang setzte. Stille.Tock.Ich warte auf die Notfallkräfte und blicke mich in der Lok um. Prüfe die Leuchtmelder, kontrolliere den C-Druck am Manometer des Bremszylinders, nehme die Bedienhebel auf dem Führerpult in Augenschein. Ich merke es mir nicht, denn ich schaue kurz darauf wieder hin. Tock.